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Science City Housing, Zurich, 2008
Student housing, competition
English translation coming soon...
Ein prägnantes Feld aus fünf Wohntürmen markiert die zentrale Zugangsachse des Science City Campus. Das städtebauliche Ensemble ist ein Signal für die wertvollste Ressource der ETH, die Studierenden. Das Projekt führt einen der Wohnnutzung angemessenen Massstab mit betont vertikalem Aussenraumcharakter ein, der den vorwiegend durch grossflächige Institutsbauten geprägten Campus kontrastiert und ergänzt. Ueber ihre Setzung definieren die Bauten einerseits klar den Campusrand und erzeugen andererseits differenzierte Aussenräume mit Vielfältigen Sichtbeziehungen. Das Ensemble bietet so Spielraum für eine zukunftsoffene Vernetzung mit den weiteren Entwicklungen auf dem Campusareal.
Im Erdgeschoss durchmischen sich Wohnen und öffentliche Nutzungen auf selbstverständliche Art und Weise. Unterschiedliche Öffentlichkeitsgrade sind parallel präsent und fördern den individuellen Austausch unter den Bewohnern.
Neben öffentlichen Nutzungen wie Café und Läden beleben die grosszügigen wohnzimmer der Mobilitätseinheiten und die umnutzbaren Atelierwohnungen mit insgesamt 99 Personen das Parterre. Zwischen den Baukörpern spannen sich vielfältige Begegnungsorte und qualitätsvolle Aufenthaltszonen auf. Ausgehend vom mittleren Wohnturm mit den Zentrumsfunktionen Café und Laden vernetzt ein feines Wegsystem die einzelnen Gebäude untereinander.
Im Dachgeschoss wird diese Vernetzung weitergeführt. Markante Stege verbinden die Dachräume der fünf Häuser und schaffen eine halbprivate Begegnungsebene. Die Gemeinschaftsräume stehen allen Bewohnern und Gästen für unterschiedliche Aktivitäten zur Verfügung. Ihre Form leitet sich von den nach Süden geneigten Photovoltaikzellen ab. Die Dachräume werden im Sinne eines Estrichs nur minimal ausgebaut und sind in ihrer Nutzung weitgehend offen. Sie sollen Freiraum für die Aneignung und Selbstverwaltung durch das Kollektiv der Bewohner bieten.
Die einzelnen Wohneinheiten werden durch den natürlich belichteten Treppenraum erschlossen. Er dient als Scharnier zwischen den Etagen und ist zu den Wohnungen hin lichtdurchlässig gestaltet. Jedes Regelgeschoss bietet Raum für drei Wohngemeinschaften mit insgesamt 14 Studierenden oder eine Mobilitätszimmereinheit mit 16 Studierenden. Die Wohnräume sind vornehmlich über Eck platziert. Die Küchen und Sanitäranlagen sind im Kern konzentriert. Den Kern umgibt eine Zirkulationsschicht, welche sich zu den Wohnräumen hin ausweitet.
Jeder der fünf Wohntürme ist genau wie die 441 möglichen Bewohner einzigartig. Keine der Wohnungen und keines der Zimmer ist identisch mit einem anderen. Die Wohnzimmer vernetzen die Wohneinheiten über Sichtbezüge und sind nach dem grosstmöglichen visuellen Kontakt untereinander angeordnet. Die in ihrer Position und Proportion variierenden Fenster unterstreichen die individuellen Zimmergeometrien und garantieren dabei einen gleichwertigen Oeffnungsanteil für jedes Zimmer. Die Fassade interpretiert und betont die einzelnen Fenster mit einem ungerichteten Motiv aus dicht aneinander stossenden Kreisen.
Die vielfalt in den Grundrissen und in der Gestaltung wird über eine weitesgehend algorithmische Kontrolle des Entwurfs gewährleistet. Sämtliche individualisierten Bauteile werden industriell ab Daten gefertigt.
Credits: Gramazio & Kohler, Zurich
Client: ETH Zürich Collaborators: Raffael Gaus (project lead), Manuel Bader, Tobias Bonwetsch, Ralph Bärtschi Consultancy: Gerald Orick, Prof. Dr. Stevenson, University of Tennessee (Fassadengliederung) Selected experts: Raumanzug (Haustechnik/Bauphysik), Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure (Statik), Archobau (Bauökonomie), Schweingruber Zulauf (Landschaftsarchitektur)
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